Ein sehr wichtiger Teil unsere Arbeit ist die Beobachtung & Analyse der lokalen Naziszene. Wenn Nazis, deren Ideologie und Taten einmal bekannt sind, ist es einfacher, gegen sie zu arbeiten. Bekannte Nazis wissen so außerdem, dass ihre Aktivitäten streng beobachtet werden; dies nimmt ihnen Sicherheit und kann möglicherweise einen Rückgang von Aktivitäten bewirken. Zudem ist eine Dokumentation dieser für eine realitätsgetreue Darstellung der Naziproblematik wichtig.
Leider geben Nazis sich nicht immer zu erkennen und so gelingt es vielen, weitgehend unerkannt zu handeln. Um dies verhindern zu können, rufen wir dazu auf, Naziaktivitäten & -propaganda bei uns zu melden. Jeder Hinweis kann dabei helfen, Täter*innen zu identifizieren und weitere Aktivitäten zu verhindern.
Nazipropaganda & Aktivitäten
Menschenfeindliche Propaganda äußert sich nicht nur durch Aktivitäten bekennender Neonazis, sie gibt sich auch vermeintlich seriös, wie etwa im Gewand der AfD oder Pegida-Gruppierungen. Diese Menschen stehen bei uns natürlich ebenfalls im Fokus der Recherche und auch zu Ihnen bitten wir um Hinweise.
Bitte gebt uns Bescheid wenn ihr Zeug*in oder Opfer eines rassistischen Übergriffes wurdet, wenn ihr rassistische (Einlass-)Kontrollen bemerkt, wenn ihr Menschen in Nazikleidung seht oder wenn die Bedienung im Supermarkt euch auf Fotos vom letzten Naziaufmarsch aufgefallen ist . Ebenso interessieren uns Graffittis, Sticker, Plakate, Infostände, Konzerte, Flugblattaktionen oder Nazisymbolik in Wohnungen.
Einen (unvollständigen) Überblick über Nazisymbolik findet ihr hier.
Meldet euch!
Falls euch Nazipropaganda aufgefallen ist, könnt ihr uns über das Kontaktformular auf unserem Blog Nachrichten schicken. Das geht auch anonym, indem ihr eure Nachrichten verschlüsselt. So müsst ihr keinerlei Information über eure Identität preisgeben.
Auch wenn ihr nicht selbst unmittelbar Opfer von Naziaktivitäten werdet, ist es wichtig, die Augen nicht vor diesen zu verschließen. Wer Aktivitäten stillschweigend hinnimmt, billigt diese zumindest indirekt. Dass solche an die Öffentlichkeit gelangen kann außerdem Menschen helfen, die vielleicht nicht die Möglichkeit haben, sich zu wehren und auf Courage anderer angewiesen sind.
Versucht, beim Bericht über Naziaktivitäten so viele Informationen wie möglich anzugeben, ohne dabei spekulativ zu werden: Falls ihr etwas beobachtest kann es sinnvoll sein, dies in einem kurzen Gedächtnisprotokoll festzuhalten (Was ist passiert; Wann ist es passiert; Wer war beteiligt?; Personenbeschreibung, Namen, Ort…) und daraus dann einen kurzen Bericht an uns zu schreiben. Wenn ihr so vorgeht und euch in eurem Bericht nur auf die Aussagen eures Gedächtnisprotokolls bezieht, vermeidet ihr Spekulationen. Dies kann hilfreich sein, wenn ihr etwas emotional Aufwühlendes wie einen Übergriff miterlebt habt; wenn ihr „nur“ ein paar Aufkleber dokumentieren wollt, ist das Gedächtnisprotokoll wahrscheinlich überflüssig.
Auf Anfrage senden wir euch auch gerne Material in Form von Plakaten und Stickern mit dem oben abgebildeten Motiv zu. Was ihr damit anstellt, liegt dann natürlich in eurer Verantwortung.
Haltet die Augen offen!
